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Bierwörterbuch
25 June, 2026
Bierwörterbuch
Abseihbier - Bierrest, der nach dem Abziehen (Abseihen) im Fass zurückbleibt. Oft trüb und hefebelastet, wurde er früher manchmal noch an Knechte oder als Viehfutter weitergegeben.
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Abtreibebier - Bier, das Bergleuten nach getaner Arbeit gereicht wird. Teil des traditionellen Bergmannsbrauchtums, dient zur Stärkung und Kameradschaftspflege nach der Schicht.
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Bierschmaus - Festliches Beisammensein mit Bier und Speisen, oft anlässlich besonderer Ereignisse wie Hochzeiten, Taufen, Richtfesten oder Erntefeiern. Der Bierschmaus ist Ausdruck von Gemeinschaft, Dank und Feierfreude, tief verwurzelt im ländlich-bürgerlichen Brauchtum. Bier steht dabei im Mittelpunkt als verbindendes, geselliges Element.
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Burkhardsbier - Bier, das am Burkhardstag (14. Oktober) im Rahmen eines traditionellen Bierschmauses getrunken wurde. Teil lokaler Heiligenfeste und kirchlicher Jahresbräuche.
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Grabbier - Bier, das bei einer Beerdigung gemeinsam getrunken wird. Zeichen des Gedenkens und der Zusammengehörigkeit.
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Haberbier - Haferbier
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Jakobsbier - Festbier, das am Jakobstag (25. Juli) ausgeschenkt wurde. Oft mit Wallfahrten oder Kirchweihfesten verbunden.
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Kreuzbier - Bier, das zum Kreuzfest (meist 14. September, Fest der Kreuzerhöhung) ausgeschenkt wurde. Ausdruck kirchlicher Festfreude in Verbindung mit Brauchtum.
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Martinsbier - Bier, das zum Martinsfest (11. November) getrunken wurde. Häufig in Verbindung mit Erntedank, Gänsebraten und ländlicher Festkultur.
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Pfennigbier/Pfennincbier - Einfaches Bier, das einen Pfennig kostete. Historisch meist dünneres oder einfacheres Bier für das einfache Volk; preislich festgelegter Ausschank.
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Fastnachtsbier - Bier, das während der Fastnacht (Karnevalszeit) getrunken wurde. Teil der ausgelassenen Feiern vor der Fastenzeit, häufig besonders süffig oder würzig.
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Kufenbier - eine historische Bezeichnung für ein kräftiges, haltbares Bier, das traditionell in großen Holzfässern – sogenannten Kufen – gelagert oder transportiert wurde. Der Begriff war vor allem im 18. und frühen 19. Jahrhundert gebräuchlich und bezeichnete meist ein Lager- oder Märzbier, das in der kühlen Jahreszeit eingebraut und über längere Zeit gelagert wurde.
Die Kufe selbst war ein oben offenes, hölzernes Gefäß, größer als ein gewöhnliches Fass, das in der Brauwirtschaft eine wichtige Rolle spielte – sowohl beim Brauprozess als auch bei der Aufbewahrung. In vielen Regionen galt eine „Kufe Bier“ zudem als Maßeinheit: So entsprach beispielsweise im Merseburger Raum eine Kufe etwa 600 Kannen Bier.
Kufenbier steht somit sinnbildlich für eine Zeit, in der das Bierhandwerk noch eng mit der Holzfasskultur verbunden war – lang vor der modernen Stahl- oder Drucktanklagerung.
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Jopenbier / Juppenbier - Porterähnliches, dunkles Gerstenbier mit kräftigem Geschmack. Historisch besonders in Norddeutschland verbreitet. Oft höher vergoren und haltbarer, wurde es sowohl für den lokalen Konsum als auch für den Export gebraut.
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Scharbier - Sehr leichtes, alkoholarmes Dünnbier, meist als einfaches Alltagsgetränk konsumiert. Diente oft als Durstlöscher für Arbeiter, Kinder oder Kranke. In manchen Regionen auch als "Scharfbier" bezeichnet, obwohl es geschmacklich mild war.
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Kezzelbier/Kesselbier - Bier, das direkt im Braukessel gebraut wurde. Der Begriff betont den Herstellungsprozess und verweist auf traditionelle, oft hausgebraute Biere ohne separate Gär- oder Lagertanks usw.
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Stoufbier - Bier, das aus einem Stauf (mittelalterlicher Trinkkrug oder Becher) getrunken wurde. Bezieht sich auf die Trinkweise und das Trinkgefäß, nicht auf die Bierart selbst. Oft bei festlichen oder rituellen Anlässen verwendet.
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Hochzeitsbier/Hochzeitbier- ein traditionelles, oft stärkeres und festlicher gebrautes Bier, das anlässlich einer Hochzeit ausgeschenkt wurde. Der Begriff bezeichnete sowohl das spezielle Festbier selbst als auch den Brauch des gemeinsamen Biertrinkens bei der Hochzeitsfeier. In ländlichen Regionen war das Hochzeitsbier ein zentrales Element des Festes und Ausdruck von Gemeinschaft, Freude und Überfluss.
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Kirmesbier - Festbier, das zur Kirmes (nord- und westdeutscher Kirchweih- oder Jahrmarktsbrauch) ausgeschenkt wird. Meist leichtes, süffiges Bier, das für den festlichen Ausschank gebraut oder bereitgestellt wird.
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Kirtabier/Kirchtagsbier - Bayerisches bzw. österreichisches Festbier, das zum Kirta (Kirchweihfest) gebraut und getrunken wird. Oft kräftiger, saisonaler Charakter, tief in der ländlichen Tradition verwurzelt.
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Schlussbier - Bier, das nach dem Abschluss von Handwerks- oder Bauarbeiten gemeinschaftlich getrunken wird. Ausdruck von Kameradschaft und Feier des gelungenen Endes einer Arbeit.
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Tröstelbier - Trostspendendes Bier, das nach einer Beerdigung im Rahmen eines Leichenschmauses gemeinsam getrunken wird. Zeichen des Gedenkens und der Zusammengehörigkeit.
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Verlobungsbier - Bier, das bei einer Verlobungsfeier ausgeschenkt wird. Teil des gesellschaftlichen Rituals zur Feier des Eheversprechens.
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Richtebier - Bier, das beim Richtfest (dem traditionellen Fest nach Fertigstellung des Rohbaus eines Hauses) ausgeschenkt wird. Es gehört zum sogenannten Richtschmaus, bei dem Bauherren, Handwerker und Gäste gemeinsam feiern. Das Richtbier symbolisiert Dank, Gemeinschaft und den Übergang in die nächste Bauphase.
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Füllbier - Bier in einem halbvergorenen Zustand, das mit Wasser verdünnt und anschließend weiter vergoren wird. Es diente oft zum Auffüllen von Fässern oder als einfaches Volksgetränk mit geringerem Alkoholgehalt. In manchen Regionen auch als Zwischenprodukt während des Brauprozesses genutzt.
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Kindelbier - Bier, das bei einer Kindstaufe ausgeschenkt wird. Teil des Tauffestes, bei dem Familie, Freunde und Nachbarn mit einem Bierschmaus die Geburt und Taufe des Kindes feiern. Symbolisiert Gemeinschaft, Glückwünsche und den Beginn eines neuen Lebensabschnitts.
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Sichelbier - Traditionelles Erntebier, das nach Abschluss der Getreideernte ausgeschenkt wurde. Es war Teil des bäuerlichen Brauchtums und wurde häufig im Rahmen einer Sichelmiete (Erntefeier) gemeinsam getrunken. Das Sichelbier galt als Zeichen des Dankes und der Gemeinschaft zwischen Bauern, Helfern und örtlichen Autoritäten.
Historische Belege zeigen, dass es manchmal Streit um die Menge oder Verpflichtung zur Ausgabe dieses Bieres gab, etwa zwischen Bauern und Pfarrern.
Beleg:
„...sollen auch die Beklagten von dem Pfarrer [...] kein Sichelbier [...] fordern.“ – CöllnKons. 1664
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Cardobenedictenbier - Heilkundlich inspiriertes Bier, das mit Benediktenkraut (Cnicus benedictus, auch „Kardobenediktenkraut“) gewürzt wurde. Dieses bitter-aromatische Heilkraut wurde seit dem Mittelalter verwendet, um die Verdauung zu fördern und das Bier haltbarer zu machen. Solches Bier galt als Stärkungsmittel und wurde häufig in klösterlichen oder medizinischen Kontexten gebraut.
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Hirschzungenbier - Bier, das mit Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium L.) gewürzt wurde. Diese Pflanze wurde in der Volksmedizin wegen ihrer schleimlösenden und magenstärkenden Wirkung geschätzt. Das Hirschzungenbier galt als medizinisches oder kräftigendes Getränk, insbesondere in der frühen Neuzeit, und wurde teils in Klöstern oder Apotheken gebraut.
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Scordienbier - Bier, das mit Knoblauch-Gamander (Teucrium scordium, auch „Scordium“) gewürzt wurde. Diese aromatische Heilpflanze wurde traditionell wegen ihrer entzündungshemmenden und reinigenden Wirkung verwendet. Das Scordienbier galt als kräftigend und heilkundlich wirksam, besonders bei Magen- und Darmbeschwerden. Es wurde meist in klösterlichem oder apothekennahem Kontext gebraut.
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Lasterbier – Bier der Lasterhaften; eine spöttische oder moralisierende Bezeichnung für Bier, das mit unmäßiger Trinksucht, sittlichem Verfall oder ausschweifenden Festen in Verbindung gebracht wird. Oft in Predigten oder Volksliteratur verwendet, um vor dem „sündhaften“ Trinken zu warnen.
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Guotbier – qualitätvolles, gutes Bier; eine alte Bezeichnung für besonders reines, wohlschmeckendes und hochwertiges Bier. Diente in historischen Quellen zur Abgrenzung gegenüber einfachem Hausbier oder dünnem Alltagsbier und galt als Zeichen handwerklicher Braukunst.
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Wedelbier / Weddelbier / Wodelbier – dunkles, kräftiges Erntebier, das traditionell nach der Getreideernte gebraut und bei einem Ernteschmaus ausgeschenkt wurde. Besonders im norddeutschen Raum verbreitet, war es Teil bäuerlicher Festkultur und oft saisonal gebraut.
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Lümmelbier – norddeutsches Pfingstbier, das zu Pfingstbräuchen und Jugendfesten ausgeschenkt wurde. Häufig mit Ausgelassenheit, Tanz, Umzügen oder rituellen Dorffesten verbunden; Ausdruck bäuerlich-jugendlicher Lebensfreude.
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Nösterbier – einfaches, norddeutsches Hausbier, das im eigenen Haushalt gebraut und im Alltag konsumiert wurde. Meist schwächer eingebraut, aber nahrhaft, war es typischer Bestandteil ländlicher Bierkultur und Eigenversorgung.
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Brömmelbier – Bier, das ein unverheirateter Handwerksmeister zur Feier seiner bestandenen Gesellenprüfung oder beim Übergang in die Selbstständigkeit ausgeben musste. Teil des Zunftwesens, verbunden mit öffentlicher Anerkennung und sozialer Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft.
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Nonenbier – dünnes, leichtes Bier, das traditionell zur neunten Gebetsstunde (None) im Kloster ausgeschenkt wurde. Es diente Mönchen als mildes, magenfreundliches Getränk während der Fastenzeiten.
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Lumpenbier – Bier, das in einer Lumpenmühle gebraut wurde; speziell als scherzhafte oder volkstümliche Bezeichnung für das Bier aus Wernigerode bekannt. Der Name verweist auf eine alte Papiermühle oder einfache Braustätte.
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Stollenbier – festliches Bier, das von Bergleuten nach erfolgreicher Arbeit im Stollen (Bergwerksgang) getrunken wurde. Teil des Bergmannsbrauchtums, oft mit dem Feierabendbier oder Schichtschluss verbunden.
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Püttbier – Bierschmaus nach Abschluss der Brunnenreinigung („Pütt“ = niederdeutsch für Brunnen oder Schacht). Ausdruck von Kameradschaft und Dank an die Helfer nach körperlich harter Arbeit.
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Höhlenbier / Höhlerbier – Bier, das in natürlichen oder künstlichen Höhlen gelagert wurde, um es kühl und dunkel zu halten. Besonders in Regionen mit Felsenkellern wie Thüringen (z. B. Gera) verbreitet.
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Plutzerbier – Bier, das in einen Tonkrug (Plutzer) abgefüllt wurde. Diese traditionelle Abfüllform war besonders im süddeutschen Raum üblich, vor allem bei Haus- und Festbieren.
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Battelbier / Buttelbier / Bouteillenbier – Bier, das in Flaschen (Bouteillen) abgefüllt wurde. Historische Bezeichnung für haltbar gemachtes Bier, besonders für Transport oder gehobenen Ausschank.
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Chinabier (1) – Bier, das mit Chinarinde (Cinchona) gewürzt wurde. Es galt als bitteres, magenstärkendes Heilbier und wurde teilweise als Tonikum verabreicht.<